Montag, 03 Februar 2014 08:49

Gute-Laune-Konzert mit Petticoat-Flair


TV vom 3.02.2014
Autor: Sybille Schönhofen

Die 1950er Jahre mit ihren Titeln aus der deutschen Schlagerhitparade treffen heute noch ins Herz. Das bewies das Gesangsensemble La Voce am Samstag mit einem Konzert in Wittlich. 200 Zuhörer in der ausverkauften Synagoge sangen mit und hatten jede Menge Spaß bei dem erstklassigen Konzert.

 

Starke Stimmen und viel Humor: Das Gesangsensemble La Voce machte gute Laune in der ausverkauften Wittlicher Synagoge. TV-Foto: Sybille Schönhofen

Wittlich. Die Idee des Gesangsensembles La Voce ging voll auf: Nierentisch, Gummibaum und Eierlikör - 50er-Jahre-Ambiente in der Synagoge zu Schlagerhits aus der deutschen Musikgeschichte. Ausverkauftes Haus und viele, die noch gerne zugehört hätten, aber wegen der Brandschutzbestimmungen nicht mehr hinein durften, sprechen für die Sogwirkung, die nach mehr als einem halben Jahrhundert nicht nachgelassen hat.

Selbstironie in der Kittelschürze

Zum Aufwärmen brachte La Voce Volkslieder, Filmsongs, Popballaden. Der Einstieg war bunt, aber gediegen konzertant. Dann wurde es schrill. Ensembleleiterin Ingrid Wagner führte in einer kabarettistischen Einlage als ihre eigene Großmutter in den Hauptteil des Konzertes ein, der Hits aus der Zeit des Wirtschaftswunders versprach. So viel gelungene Selbstironie in der Kittelschürze brachte das Publikum lauthals zum Lachen.Die 200 Zuhörer fühlten sich berauscht von der unbeschwerten heilen Welt der Capri-Fischer und der zwei kleinen Italiener. Und wer die Zeit, in der nur der Bossa Nova schuld war und Frauen in Petticoat und Ballerinas den Lollipop besangen, nicht live miterlebt hat, kennt sie aus Schlagerfilmen.
Auf jeden Fall war das Publikum, egal welchen Alters, text- und melodiesicher bei Kassenschlagern wie "Seemann, deine Heimat ist das Meer", "Kriminaltango", "Rote Lippen soll man küssen" oder "Tanze mit mir in den Morgen".
Alle sangen mit, lauschten aber während der Solopartien konzentriert und stumm den gut ausgebildeten Stimmen der sieben Sänger. Ingrid Wagner und ihr Ensemble mit Kristina Brixius (Sopran), Stephanie Zang (Sopran), Silke Breidenbenden (Alt), Anne Kappes-Horne (Alt), Hans-Peter Weinand (Tenor), Bernhard Föhr (Bariton), Gerd Elsen (Bass) und Josef Thiesen am Flügel haben mit der Musikauswahl aus den 1950er und 1960er Jahren einen Nerv getroffen.
Naiv bis kitschig, egal, Gute- Laune-Musik eben. Ohrwürmer locker, leicht und fröhlich präsentiert, angereichert mit szenischer Untermalung. La Voce machte Stimmung und genoss die Freude des Publikums. "Überwältigt" von dem großen Andrang und der Begeisterung versprach Ingrid Wagner das Konzert zu wiederholen.
Der letzte Song der frenetisch geforderten Zugabe passte: "So schön, schön war die Zeit." Das traf sowohl auf die fünfziger Jahre zu, als auch auf den Abend mit La Voce.

Extra

Ingrid Wagner. Welche Idee steckt hinter dem Ensemble ´La Voce? Wagner: Alle Ensemblemitglieder erhalten Einzelunterricht an der Musikschule des Landkreises Bernkastel-Wittlich oder singen in Chören des Chorverbandes des Landkreises Bernkastel-Wittlich. Wir hatten den Wunsch, ein kleines Vokalensemble zu gründen, in dem jeder als Solist aber auch im Ensemble, also im Duo, Terzett oder Quartett singen kann. Das hat einen besonderen Reiz, weil jede Stimme nur mit einer, maximal zwei Personen besetzt ist. Sie singen seit fast 20 Jahren gemeinsam. Welches Konzert war aus Ihrer Sicht das eindrucksvollste? Wagner: Alle hatten eine besondere Note. Aber der absolute Höhepunkt war die Konzertreise nach Berlin im Jahr 2005. Dort haben wir in der Friedrichstadtkirche auf Einladung des deutschen Landfrauenverbandes zur Überreichung der Erntekrone an den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler gesungen. Er hat uns persönlich begrüßt. Ihre Spezialität sind Evergreens aus den 20er und 30er Jahren. Was hat sie bewogen, Schlager der 50er und 60er Jahre in ihr Programm aufzunehmen? Wagner: Unser Repertoire der verschiedenen Konzerte ist breitgefächert von Barock, Klassik, Musical bis Pop-Musik. Der erste Teil unserer Konzerte ist immer klassisch konzertant, der zweite Teil soll unterhaltsam und locker sein. In den vergangenen Konzerten sangen wir Chansons, Musicalmelodien vom Broadway oder auch Seemannslieder. In diesem Jahr haben wir das Thema: Wirtschaftswunder-Hits gewählt. Wir stellen damit die Reiselust der Deutschen musikalisch dar und erinnern an Petticoat und Rock'n Roll. Das sind schwungvolle Melodien. sys

 

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